Fragen zu: Harn- bzw. Urinuntersuchung

Frage:

ich habe ein Problem und zwar wurde mir ein Nierenstein mit der ESWL Therapie zertrümmert.

Im Krankenhaus wurde eine 24 Stunden Urin Untersuchung gemacht, alle Werte waren in Ordnung bis auf den Harnstoffwert. (mein Wert: 4,84 ; Referenz des Labors 7-20) Jetzt habe ich gelesen, dass ein niedriger Wert auf eine Niereninsuffiziens hinweisen kann. Halten sie diesen Wert für bedenklich? Im Blut lagen die Werte wohl im Normbereich. Mache mir ziemliche Sorgen, dass mit meinen Nieren etwas stimmt.

Dr. Pachmann:

Die Harnstoffausscheidung über den Urin ist in sehr hohem Maß abhängig von der Harnstoffproduktion im Körper, diese richtet sich insbesondere nach Art und Menge der Nahrungszufuhr. Daher ist eine sinnvolle Aussage über die Harnstoffausscheidung nur als Quotient des zu dieser Zeit im Blut enthaltenen Harnstoffes möglich ("Wieviel des im Blut enthaltenen Harnstoffs werden pro Tag über den Urin ausgeschieden"). Und erst diese fraktionelle Harnstoffausscheidung kann eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Nieren treffen. Wenn die Blutwerte alle in Ordnung waren, ist wahrscheinlich eher davon auszugehen, dass keine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt. Leider ist es über das Internet absolut nicht möglich, Ihre Werte konkreter zu beurteilen, geschweige denn, konkrete Behandlungsvorschläge zu machen.

Urinuntersuchung

Frage:

Bei mir wurden Blut und Harn untersucht. Die Urinuntersuchung war soweit in Ordnung bis auf "amorphe Phosphate".

Woher kommen die und was sollte man unternehmen?

Dr. Pachmann:

Amorphe Phosphate sind lediglich eine Beschreibung von Kristallen, die im Urin unter dem Mikroskop zu sehen sind, Sie treten bei konzentriertem Urin auf und haben an sich keinen Krankheitswert. Nur wenn bei Ihnen Harnsteine vorliegen, kann aus den Kristallen ein Rückschluß auf die Art der Steine und damit auf eine Behandlungsmöglichkeit gezogen werden.

Verfärbung des Urins

Frage:

Seit einiger Zeit stelle ich fest, dass ich einen trüben Urin habe. Im Dezember war ich zur Vorsorge bei der Gynäkologin. Ich konnte nur eine kleine Menge Urin abgeben, aber es war soweit alle in Ordnung.Mir geht es sonst gut, keinerlei Beschwerden.

Dr. Pachmann:

Wichtig ist, dass die Urinuntersuchung keinen auffälligen Befund ergeben hat. Damit sind bereits viele gefährliche Nierenerkrankungen ausgeschlossen. Wenn auch andere Untersuchungen (Blut, Ultraschall) keinen Hinweis auf einen Nierenschaden ergeben, ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass bei Ihnen eine Nierenerkrankung vorliegt.

Frage:

Ich habe Zysten-Niere bds. und sehr starke Vergrößerung wegen der Zysten. Seit gestern nun Habe ich eine dunkelbraune- bis dunkelorangene Verfärbung des Urins. Was soll ich tun?

Dr. Pachmann:

Sicher ist es am sinnvollsten, wenn unter solchen Umständen zunächst beim Hausarzt (oder sogar in der Apotheke) ein Streifentest des Urins durchgeführt wird. Damit kann man Verfärbungen meist schon relativ gut zuordnen. Dann kann in den meisten Fällen ja auch Behandlung und Untersuchung ambulant erfolgen. Natürlich können färbende Nahrungsmittel und Medikamente, insbesondere auch Vitamintabletten den Urin verfärben.

Jedoch auch eine eingeblutete Zyste kann zu einer solchen Verfärbung führen, da dann das alte Blut irgendwann in den Urin übertreten kann.

 

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Zweiter Teil: Die körperliche Untersuchung