Die Bauchfelldialyse (CAPD)

Die Bauchfelldialyse ist eine weitere Form der Dialyse. Sie wird auch CAPD genannt, d.h. continuierliche ambulante Peritonealdialyse. Peritoneum ist der Fachbegriff für Bauchfell. 

Das Prinzip der CAPD ist einfach:

 

 

 Mit einer kleinen Operation wird ein Plastikschlauch in den Bauchraum platziert. Über diesen Schlauch lässt man eine Spüllösung - ähnlich wie die Spüllösung bei der Dialysemaschine - in den Bauchraum. 

Über das Bauchfell wandern die Giftstoffe aus dem Blut in die Spüllösung, die nach Sättigung einfach gewechselt wird.

 

Nun treten die Giftstoffe aus dem Blut in die Spüllösung, genauso wie bei der Dialysemaschine über die Membran des Dialysators, d.h. der eigentlichen künstlichen Niere, wandern. Als Membran dient bei der CAPD das Bauchfell. 
Mit anderen Worten, man hat herausgefunden, dass das Bauchfell Poren hat, das Giftstoffe in Flüssigkeit im Bauchraum übertreten lässt. Das Bauchfell ist gut durchblutet und daher kann es als Austauschort genutzt werden.

Wie funktioniert die CAPD in der Praxis?  

Die Blasenspiegelung kann durchaus schmerzhaft sein und wird daher auch unter Narkose durchgeführt. Gefährlich ist die Untersuchung, die etwa 20 min dauert, aber in der Regel nicht.

 

 Sobald mit der Dialyse begonnen werden muss, wird ein Katheter in den Bauchraum gelegt. Ab dann führt neben dem Nabel dieser Katheter aus dem Bauch und bleibt dort.

 

 

Der Patient lässt ab dann alle 5-6 Stunden 2 bis 2,5 L Spüllösung aus einem Plastikbeutel in den Bauchraum fließen. Die Spüllösung bleibt im Bauch und die Giftstoffe haben Zeit in die Lösung zu wandern. Dann, d.h. nach 5-6 Stunden, lässt der Patient die Flüssigkeit aus dem Bauch herausfließen bis der Bauchraum entleert ist (von Flüssigkeit) und direkt danach lässt er wieder neue Spüllösung einlaufen. Die CAPD wird also vom Patienten ganz alleine durchgeführt mit täglich 4-5 Beutelwechseln während 7 Tagen in der Woche.

Niemand kann sofort eine CAPD alleine durchführen. Die Patienten werden zu Beginn der Behandlung auf einer spezialisierten Station von Dialyseärzten und -schwestern eingehend trainiert. Dieses Training dauert etwa 5-10 Tage, bis der Patient alles kann. Dann geht er nach Hause, kommt zu regelmäßigen ambulanten Kontrollen zum Nierenspezialisten (Nephrologe) und braucht das Krankenhaus nur bei Problemen.

An Vorteilen bietet die CAPD gegenüber der Hämodialyse:

  • die größere Selbstständigkeit des Patienten,

  • der geringere Zeitverlust und

  • eine schonendere Entgiftung.

Bei der CAPD wird ständig entgiftet, bei der Hämodialyse nur 3 mal pro Woche über 4-5 Stunden. Allerdings ist die Dialyse über das Bauchfell etwas weniger effektiv als die Dialyse mit den künstlichen Nieren (Dialysator). Deswegen ist die CAPD für manche Patienten, die eine hohe Rate an Entgiftung benötigen, nicht sinnvoll. 

Der Hauptnachteil der CAPD ist:

  • die Gefahr der Bauchfellentzündung.

Über den Katheter können Keime von außen in den Bauchraum wandern und dort eine Entzündung auslösen. Diese Entzündungen sind mit einem Antibiotikum gut zu behandeln.

Es gibt auch Maschinen, die den Austausch der CAPD-Spüllösung durchführen, z.B. nachts oder auf einer Dialysestation. Diese Verfahren sind aber nicht sehr verbreitet.

In vielen Fällen geht die Bauchfelldialyse aber über Jahre hinweg gut, und manchmal bietet dieses Verfahren eine bessere Lebensqualität als die Hämodialyse.

Die Bauchfelldialyse ist jedoch auch eine Belastung für das Bauchfell (Peritoneum) und führt zu einer schleichenden Veränderung des Bauchfells. Daher können nur wenige Patienten mehr als 5-6 Jahre eine effektive Bauchfelldialyse betreiben; meist ist irgendwann ein Wechsel des Dialyseverfahrens auf die Hämodialyse notwendig. Oft ist ein Bauchfelldialysepatient jedoch auch zur Transplantation angemeldet und wird innerhalb dieser Jahre transplantiert. Dann kann sich das Bauchfell, wenigstens teilweise wieder erholen; wenn später einmal wieder eine Dialysebehandlung nötig sein sollte, kann das Bauchfell dann wieder genutzt werden.

(c) Prof. Dr. Mann und Dr. med. Martin Pachmann

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