Fragen zu: Medikamente an der DialyseMedikamenteFrage:Ich suche einen link zur genauen wissenschftlichen (chemischen) Beschreibung der Funktion von Phosphatbindern in der Nierenersatztherapie Dr. Pachmann:Ich kann Ihnen nur eine ungefähre Beschreibung liefern. Das in calciumhaltigen Phosphatbinder enthaltene Calcium bindet mit dem in der Nahrung enthaltenen Phosphat zu Calciumphosphat, das nicht resorbierbar ist und ausgeschieden wird. Dabei liegt das Gleichgewicht weit auf der Seite des Calciumphosphats, so dass bis zu 50% des Phosphats gebunden werden können. Ein ähnliches Prinzip liegt den aluminiumhaltigen Phosphatbindern zugrunde, allerdings ist hier nicht ausgeschlossen, dass geringe Mengen Aluminium auch in den Körperkreislauf gelangen können. Daher sollen diese Medikamente nicht über lange Zeit eingesetzt werden, wenn Alternativen zur Verfügung stehen. Sevelamer (ein neuartiger Phosphatbinder) ist ein Poly(allylaminhydrochlorid)-polymer und verfügt über multiple Aminogruppen. Diese werden teilweise im Darm protoniert und interagieren mit Phosphatmolekülen, indem sie diese aus dem Magen- Darmtrakt binden. Hierdurch sinkt der Phosphatspiegel im Serum. Sevelamer wird aus dem Darm nicht resorbiert und enthält kein Aluminium oder Kalzium. Ganz aktuell ist auch Lanthanumcarbonat, ein ebenfalls Kalziumfreier Phosphatbinder. Die ersten Erfahrungen mit diesem ebenfalls nicht ganz billigen Medikament sind bereits rechts vielversprechend.
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